Geschichte / History

1921

Bereits vor dem Bau der Jungfraubahn wurde 1885 der Mittellegigrat im Abstieg vom Walliser Alexander Burgener begangen. Die Begehung im Aufstieg scheiterte immer wieder am grossen Aufschwung, wo heute ein fixes Seil den Aufstieg erleichtert. Es ist erstaunlich, dass es nach Inbetriebnahme der Station Eigergletscher noch 16 Jahre dauerte, bis die Erstbegehung gelang. Ein Nachmittagszug brachte den Japaner Yuko Maki und die drei Bergführer Fritz Amatter (er hatte den Grat im Abstieg auch schon begangen), Fritz Steuri und Samuel Brawand ins Eismeer. Von dort aus erreichten die vier ihr Nachtlager auf ca. 3500 Meter, etwas weiter oben am Grat als heute die Hütte steht. Am 10. September erreichten sie den Gipfel, nachdem sie alleine für den Grossen Aufschwung sieben Stunden benötigten. Heute braucht eine gut eingespielte Seilschaft für den Aufstieg von der Hütte zum Gipfel drei bis vier Stunden.

 

1924

Nur drei Jahre nach der Erstbesteigung des Grates wurde auf demselben die Mittellegihütte gebaut. Dank einer Spende von Yuko Maki von 10'000 Franken konnten die Grindelwalder Führer die Hütte mit 16 Schlafplätzen bauen, die schliesslich 16'000 Franken kostete. Das Baumaterial wurde mit Schlitten von der Station Eismeer über den Challifirn bis an den Fuss der Felsen in der Fallline des Bauplatzes transportiert. Von dort wurde das Material mit einer einfachen Drahtseilbahn über 300 Höhenmeter zur Baustelle hoch gezogen. 1986 wurde einige Meter von der Hütte gratabwärts ein Biwakrohr aus Stahl platziert, welches für weitere 14 Personen und für das Brennholz Platz bietet. Nach 77 Jahren wurde 2001 die erste Mittellegihütte durch eine neue Hütte ersetzt. Die alte Hütte befindet sich nun oberhalb der Station Eigergletscher und kann dort als kleines Bergsteigermuseum besichtigt werden. Ab 2002 ist die neue Hütte mit 40 Schlafplätzen in Betrieb. Seit 1995 wird die Mittellegihütte - traditionellerweise bisher immer von Frauen - bewartet!Im Jahrhundertsommer 2003 haben über 700 Bergsteigerinnen und Bergsteiger in der Hütte übernachtet und anschliessend den Mittellegigrat erklettert.